Komma an Tresen

Das Komma: Ein Mysterium chinesischer Sprachphilosophie

Es ist nur ein kleiner Schritt vom Komma zum Koma, und Zeichensetzung – Eingeweihte wissen das – rettet Leben. Für alle, die bei „Wir essen Opa!“ Lust auf einen Nachschlag bekommen, habe ich hier ein Stück Speisekarten-Realsatire, frisch und authentisch aus einer feinen, kleinen Eisdiele in Halle an der Saale. Das Beispiel ist deshalb so schön, weil der Verzicht auf Zeichensetzung nicht nur zwei, sondern gleich drei mögliche Lesarten eröffnet. So formvollendet kann man aus dem Sinn rutschen!

Wir bitten unsere Gäste am Tresen zu bestellen.

Dem wollten wir gern nachkommen – aber was war gemeint?

 

  1. „Wir bitten, unsere Gäste am Tresen zu bestellen“ – in Ordnung, wenn sie nicht zu teuer sind …
  2. „Wir bitten unsere Gäste, am Tresen zu bestellen“ – nun gut, wenn´s nicht anders geht …
  3. „Wir bitten unsere Gäste am Tresen, zu bestellen“ – jetzt gleich? Und die anderen dürfen erst später?

 

Soviel kann ich verraten: Nummer zwei war erfolgreich.

 

Bildnachweis: signcloud@adobe.com

Veröffentlicht von Nils-Christian Engel

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